ESF-Projekt Prompt@NET: Prompter Wissenstransfer durch lernende  Netze

In immer kürzeren Abständen kommen neue Smartphones auf den Markt, die noch mehr können als ihre Vorgänger – und das ist nur ein Beispiel dafür, wie die Wirtschaft ihre Produkte immer schneller entwickelt oder weiterentwickelt. Daraus ergibt sich ein Konkurrenz- und Innovationsdruck, dem gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) oft nicht mehr alleine begegnen können. Ein Rezept dagegen ist es, mit Forschungseinrichtungen zu kooperieren und auf diese Weise Innovationen schneller auf dem Markt umsetzen zu können.

 

Neues Wissen noch schneller für KMU nutzbar machen: Das will die Julius-Maximilians-Universität
Würzburg (JMU) mit dem neuen Projekt ESFPROMPTNET erreichen. Es richtet sich vor allem an
kleine und mittlere Unternehmen aus Nordbayern und wird aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF)
gefördert.

 

Prompte Antworten und schnelle Kommunikation

„Wir wollen für die Analyse von Plastikmüll neue Sensoren entwickeln. Gibt es an der Uni Arbeitsgruppen, die sich mit Forschung zu innovativen Detektoren im Infraroten beschäftigen?“ Oder: „Wir haben tragbare Akkus und wollen deren Steuerelektronik vernetzen. Gibt es Verfahren, wie wir solche Systeme  miteinander kommunizieren lassen können?“


Das sind nur zwei Beispiele für Firmenanfragen, wie sie regelmäßig bei Professor Lukas Worschech
eingehen. Der Leiter des Servicezentrums Forschung und Technologietransfer (SFT) der Universität
Würzburg ist für das Projekt ESF-Prompt@NET verantwortlich: „Wir möchten einen schnelleren
Wissenstransfer zu Unternehmen erreichen, indem wir Netzwerke schaffen, die prompte Antworten auf
Anfragen und eine schnelle Kommunikation zwischen den Partnern ermöglichen.“ Dazu ist unter anderem ein digitales Ticketsystem geplant, das E-Mail-Anfragen von Unternehmen anhand von Schlagwörtern filtert und sie rasch zu den richtigen Ansprechpersonen an der JMU weiterleitet. Verknüpft wird dieses System mit einer umfassenden Wissensdatenbank, die eine gute Teambildung ermöglichen soll. Um einen solchen Wissenstransfer zu realisieren, werden künftig alle Forschungs- und Kooperationsprojekte an der Universität beim SFT systematisch erfasst.


Lernende Netzwerke etablieren
Das entstehende Wissensnetzwerk Prompt@NET soll anpassungs- und lernfähig sein. Dafür sorgt
eine kontinuierliche Rückkopplung der Resultate ins Netzwerk. „So wird Gutes verbessert und Neues
kann zügig integriert werden“, sagt Lukas Worschech. Um schnelle Interaktionen möglich zu machen,
werden außerdem Subnetzwerke integriert. Drei Themenfelder für solche Subnetzwerke hat die
JMU bereits identifiziert, die als erstes umgesetzt werden sollen: Gender-Medizin, Digitalisierung und
Industrie 4.0.

  • Die Gender-Medizin befasst sich mit geschlechtsspezifischen medizinischen Unterschieden. So haben zum Beispiel bei einem Herzinfarkt Männer andere Symptome als Frauen. Auf diesem Gebiet ist noch viel Forschung nötig, die Erkenntnisse sollten schnell ins Gesundheitswesen transferiert werden
  • An der Universität Würzburg gibt es rund 200 Forschungsgebiete, die für die Digitalisierung relevant sind. Dieses Subnetzwerk betrifft das Feld der innovativen, technologiebasierten Dienstleistungen.
  • Für eine effiziente Produktion sollten Maschinen vernetzt sein und untereinander agieren können – dafür ist eine passende Sensorik, Steuerungselektronik und Diagnostik nötig. Im Subnetzwerk Industrie 4.0 will die Universität Unternehmen über aktuelle Entwicklungen auf diesem Gebiet informieren.

Qualifizierung und Living Labs
Neueste Forschungserkenntnisse fließen an der JMU immer auch direkt an die Studierenden weiter,
sei es in Vorlesungen oder Laborpraktika. Via Prompt@NET soll neues Wissen künftig auch den
Beschäftigten der Partnerunternehmen zugänglich gemacht werden, etwa online in Form von modularisierten Qualifizierungsinhalten und Podcasts – oder auch im „echten Leben“ durch Living Labs.
Das geschieht im ständigen Dialog mit Forschenden der JMU. So können sie das Potenzial einer Innovation für ihr eigenes Unternehmen besser beurteilen.

Ansprechpartner

Rosalinde Baunach
Servicezentrum Forschung und Technologietransfer (SFT) der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Josef-Martin-Weg 54/2
97074 Würzburg
0931 31 83434
rosalinde.baunach@uni-wuerzburg.de
www.uni-wuerzburg.de/sft/a2-servicezentrumforschung-und-technologietransfer/


 

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