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PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN

Neue Produkte für die Orthopädie und Traumatologie
AAP Biomaterials entwickelt Implantatmaterialen für die moderne Chirurgie
In unserer immer älter werdenden Gesellschaft steigt die Zahl an Gelenkersatzoperationen und an Operationen altersbedingter Frakturen kontinuierlich an, was den Kostendruck auf das Gesundheitssystem weiter erhöhen wird. In Zukunft wird daher der Bedarf an intelligenten Lösungen steigen, die kostengünstig sind, indem sie z. B die Operationsdauer, die Zahl der Komplikationen oder auch die Zahl der benötigten Zweiteingriffe reduzieren. AAP Biomaterials in Obernburg entwickelt und produziert Implantatmaterialien für den Einsatz bei der Therapie von Knochendefekten und geht dabei völlig neue Wege.
Komplizierte Frakturen an Gelenken müssen durch Implantate wie z. B. Drähte, Schrauben oder Platten fixiert und stabilisiert werden. Der verletzungsbedingt oft beachtliche Verlust an Knochensubstanz ist durch Ersatzmaterialien auszugleichen, damit eine Heilung des Knochens erreicht wird, denn Knochengewebe kann größere Fehlstellen nicht aus sich selbst heraus regenerieren. Am Standort Obernburg wurde ein rein synthetisches Material auf mineralischer Basis entwickelt, das 2002 als Medizinprodukt zugelassen wurde. Unter der Bezeichnung „Nanostim“ wird das in Obernburg produzierte Material seit 2008 von der Firma Medtronic, einem der weltweit größten Anbieter von Implantaten für die Wirbelsäulenchirurgie, vertrieben.
Inzwischen wird bei aap in Zusammenarbeit mit der Firma ras in Regensburg an der Entwicklung einer neuartigen antibakteriellen Beschichtung von Metallimplantaten auf Silberbasis gearbeitet, die die gefürchtete Biofilmbildung auf Metallimplantaten verhindern soll. Die Technik erzielt durch feinste Verteilung von Silberpartikeln an der Metalloberfläche bei einer minimalen Menge eine maximale Wirkung. Silber hat gegenüber den bekannten Beschichtungen mit Antibiotika den Vorteil, das es eine breite Wirksamkeit gegenüber praktisch allen Erregern hat und eine Resistenzbildung wegen mehrerer unterschiedlicher Angriffspunkte auf den bakteriellen Stoffwechsel sehr unwahrscheinlich ist.
Die Infektion einer Endoprothese zählt zu der am meisten gefürchteten Komplikation. Eine Behandlung ist in der Regel schwierig und langwierig und stellt für den Patienten eine große Belastung dar. Antibakteriell wirksame Knochenzemente können das Risiko einer Infektion reduzieren. Knochenzemente dienen der Verankerung von Prothesen oder aber als Platzhalter nach der Entfernung einer infizierten Prothese bis zur Ausheilung. Bisher werden Zementen Antibiotika zugesetzt, die über mehrere Wochen hinweg in wirksamen Mengen freigesetzt werden. Durch den Zusatz von Silber soll eine Langzeitwirkung des Zements erreicht werden bei gleichzeitig guter Verträglichkeit für menschliches Gewebe.
Ansprechpartnerin
Dr. Lydia Heimann
Telefon: 06022 81-2009
E-Mail: l.heimann@aap.de





