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PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN
Zuverlässige Identitätsprüfung
Analytik Service Obernburg prüft und charakterisiert polymere Werkstoffe

Lichtmikroskopische Aufnahme der Bruchfläche eines Spritzgussbauteils.
Weltweite Einkaufs- und Produktionsverflechtungen machen kaum noch möglich, jeden Vorlieferanten und seine Produkte im Einzelnen zu überprüfen. Zwar bestehen Qualitätsnormen wie ISO 9001, nach denen Zulieferer in der Regel zertifiziert sind, und auch die Weitergabe von Produktinformationen per Sicherheitsdatenblatt oder “bill of material” (BOM) ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Dennoch ist eine Überprüfung der Identität von Werkstoffen bereits
im Vorfeld oft angebracht. Durch solche von OEMs in der Regel verlangten Identitätsprüfungen wird sichergestellt, dass nur den Vorgaben entsprechende Materialien verbaut und ausgeliefert werden. Sollte es dennoch zu einer Kundenreklamation kommen, kann man dieser wesentlich einfacher begegnen: anhand der bereits vorliegenden Untersuchungsergebnisse ist überprüfbar, ob es sich tatsächlich um einen Fehler in der Materialzusammensetzung handelt oder ob der Fehler durch eine unsachgemäße Behandlung des Materials auftrat.
Zur Identitätsprüfung und Charakterisierung polymerer Werkstoffe (z.B. Kunststoffbauteile für den Einsatz in den Bereichen Automotive oder Medizintechnik) steht beim Analytik Service Obernburg der Mainsite Services ein breites Methodenspektrum zur physikalischen und chemischen Prüfung zur Verfügung. Damit kann durch Kombination verschiedener mikroskopischer, spektroskopischer, mechanischer oder thermoanalytischer Untersuchungen schnell und preisgünstig eine Polymercharakterisierung erfolgen.
Beispiel: Spritzgussbauteil aus PP-GF20
Das Bruchverhalten eines Spritzgussbauteils wird beanstandet. Laut Materialkennzeichnung soll das Bauteil aus PP-GF20 bestehen. Vom Endnutzer wird befürchtet, dass eine Verwechselung vorliegen könnte. Die lichtmikroskopische Dokumentation der Bruchfläche liefert erste Hinweise auf faserförmige Füllstoffe.
Zur Quantifizierung der anorganischen Anteile wurde eine Glührückstandsbestimmung unter bestimmten Bedingungen durchgeführt. Diese ergab einen anorganischen Anteil von 19,2 Gew.-%. Die FTIR-spektroskopischen Untersuchungen zeigen eindeutig, dass es sich bei dem Gehäusematerial um ein Polypropylen (PP) handelt. Zur genaueren Identifikation der anorganischen Füllstoffe eignet sich ein zusätzliches Element-Screening mittels Röntgenfluoreszenzanalyse. Die semiquantitative Auswertung liefert die Elemente mit den höchsten Konzentrationen, welche zusammen mit Sauerstoff die typische Zusammensetzung von Glasfasern anzeigen. Die durchgeführten Untersuchungen zeigen, dass es sich bei dem Polymermaterial um ein glasfaserverstärktes Polypropylen handelt.
Die Konzentration an anorganischen Füllstoffen (GF20) stimmt mit den Herstellerangaben recht gut überein. Damit ist eine Materialverwechselung ausgeschlossen, und das beanstandete Bruchverhalten muss andere Ursachen haben wie z.B. Überbeanspruchung, grundsätzlich falsche Materialauswahl oder Verarbeitungsprobleme.
Ansprechpartner
Dr. Lothar König
Telefon: 06022 81-2451
E-Mail: lothar.koenig@mainsite-services.com





