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PRODUKTNEUHEITEN

Verbesserung der Crashsicherheit von PKW

LBF entwickelt Pre-Crash-Verriegelungsaktorik


Fahrzeugtüre mit 2 Generationen Verriegelungsaktorik

Sicherheitseinrichtungen wie pyrotechnische Gurtstraffer oder Airbags sorgen dafür, das Verletzungsrisiko von PKW-Insassen im Crashfall zu verringern. Aktuelle Bestrebungen mit konventionellen Methoden und Werkstoffen den hohen Sicherheitsstandard – gerade im Bereich des Seitenaufpralls – weiter zu verbessern, stellen eine große Herausforderung dar, so dass auch auf europäischer Ebene nach neuen Konzepten gesucht wird. Einen neuen Ansatz stellt die am Fraunhofer LBF entwickelte Pre-Crash Verriegelungsaktorik mit Formgedächtnislegierungen (Shape Memory Alloys – SMA) dar. Hierbei werden auf Basis von Pre-Crash-Sensoren bereits kurz vor Eintritt des Unfalls geeignete Schutzmaßnahmen ergriffen, indem die Fahrzeugtür über reversible Verriegelungsbolzen gezielt mit der umgebenden steiferen Fahrzeugstruktur verbunden wird. Derart können Intrusionen reduziert und das Zeitfenster zur Aktivierung konventioneller Schutzmaßnahmen ausgedehnt werden.

Unterstützt durch entsprechende Sensorinformationen kann die Verriegelung an das zu erwartende Unfallgeschehen angepasst erfolgen. Ein besonderer Vorteil des im Fraunhofer LBF entwickelten Systems gegenüber pyrotechnischen Lösungen besteht darin, dass im Falle einer sensorisch bedingten Fehlauslösung die Verriegelungsaktorik durch die Verwendung von Formgedächtnislegierungen selbstständig wieder in ihre Ausgangsposition zurückkehren kann und damit erneut einsatzfähig wird. Auf diese Weise wird die Toleranz gegenüber sensorischer Fehlauslösung erhöht und ein frühzeitigerer Systemeingriff ermöglicht. Um die zum Aktivieren der Formgedächtnislegierung erforderliche Energie im Crashfall schnell genug zur Verfügung zu stellen, werden kompakte Kondensatoren als Energiespeicher eingesetzt. Nach der Validierung der Funktionsweise der Verriegelungsaktorik in einem ersten Demonstrationsmodell, befi ndet sich zur Zeit die zweite Generation am Fraunhofer LBF in der Erprobungsphase. Gegenüber der ersten Generation konnte die Baugröße nahezu halbiert werden, die Kapazität der eingesetzten Kondensatoren wurde um den Faktor 20 verringert. Neben der beschriebenen Anwendung im Crashbereich ist der Einsatz der Verriegelungsaktorik in Zukunft in zahlreichen weiteren Bereichen möglich (Sicherheitstechnik, Luft- und Raumfahrt, Schiffbau, etc.)

Kontakt:

Björn Seipel
Telefon: 06151 705-223
E-Mail: seipel@lbf.fraunhofer.de

 

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