[ Zur Hauptnavigation springen ]

[ Zur Unternavigation springen ]

[ Zur Suchnavigation springen ]

[ Zur Servicenavigation springen ]

[ Zum Inhalt springen ]

[ Zu den aktuellen Meldungen springen ]

Hauptnavigation:

Sponsoren:

Inhalt:

Interview

Mit permanenter Innovation zum Weltmarktführer

Peter A. Baumann im Gespräch mit den Z! Redakteurinnen

Peter A. Baumann

Peter A. Baumann

Die Scheurich GmbH & Co. KG mit Sitz in Kleinheubach ist führend im Bereich der Herstellung von Gefäßen für Zimmerpflanzen, vor allem aus Keramik, aber auch aus anderen Materialien wie zum Beispiel Kunststoff. So verlassen etwa 20 Mio. Produkte das Werk pro Jahr. Das in Familienhand geführte Unternehmen setzt auf stete Innovation in Material, Design, Automation und Logistik.

Z! Herr Baumann, Ihr Unternehmen wächst und gedeiht? Wie waren die Anfänge?

Mein Großvater hat 1928 das Unternehmen gegründet. Er handelte mit Glas, Porzellan und Keramik. In den fünfziger Jahren begann er, Keramik selbst zu produzieren. Mein Vater und später meine Mutter führten das Unternehmen, bis ich vor knapp 25 Jahren in die Geschäftsführung einstieg.

Z! Und wo steht Ihr Unternehmen heute?

Unser Anspruch ist, der weltbeste Anbieter von Pflanzgefäßen zu sein. Das heißt in Bezug auf Innovation und Design, in der Qualität, roduktion und auch in der Logistik. Mit zwei Hauptkollektionen und mehreren Saisonkollektionen pro Jahr kann man uns mit Modeherstellern vergleichen. Wir tauschen beispielsweise jedes Jahr 40 Prozent der Kollektion durch neue trendige Gefäße aus.

Z! 40 Prozent austauschen erfordert, viel Energie in das Innovationsmanagement zu stecken. Wie läuft das bei Scheurich?

Wir beobachten die Lifestyle-Märkte im Allgemeinen. Dazu dienen zum einen die zahlreichen Messen, auf denen wir präsent sind. Zum anderen nutzen wir Informationen aus Trendinstituten, aktuell zum Beispiel den Trend zu naturnahen, amorphen Formen. Drei eigene Designer und mehrere Modelleure entwickeln in Kreativmeetings neue Ideen. Dabei spielen nicht nur Farben und Formen eine Rolle, sondern auch die verwendeten Materialien und deren Oberflächeneigenschaften: neben Keramiken kommen auch Holz, Glas und Kunststoffe zum Einsatz.

Z! Kunststoff – ein wichtiges Stichwort. Seit wann arbeiten Sie mit diesem Material?

Vor etwa vier Jahren haben wir begonnen, Orchideenstäbe aus Kunststoff zu entwickeln. Inzwischen haben wir weitere Accessoires aus Kunststoff im Angebot. Hier haben wir es zum Beispiel geschafft, in unser „Sprayman“ mehrere Funktionen zu integrieren: dieser ist nicht nur Sprühflasche, sondern zugleich Gießkanne. Noch dazu ist er befüllbar, ohne dass man dafür mühsam den Sprühkopf abschrauben muss. Gleich zwei wichtige Preise wurden uns hierfür verliehen: „Home & Trend Award 2011“ und „Produkt des Jahres 2012“, der vom Industrieverband Kunststoff vergeben wird.

Z! Sie bekennen sich zum Produktionsstandort Deutschland. Inwieweit ist dieser für Ihr Business von Vorteil?

Da gibt es eine Menge Argumente: Deutschland gilt zwar als rohstoffarm, aber gerade die Tonvorkommen sind reichlich und von hoher Qualität. Da Transportkosten bei Keramikgefäßen sehr hoch sind, ist es schon praktisch, mitten im größten Absatzgebiet – nämlich Europa – angesiedelt zu sein. Und da Deutschland auch eine führende Rolle im Bereich der Automation hat, sind gute Spezialisten für unsere Produktion und Logistik verfügbar. Die Summe der Vorteile macht den Standort Deutschland für Keramikhersteller interessant.

Z! Und wo überall findet man Ihre Produkte?

Typischerweise dort, wo Pflanzen und Zubehör verkauft werden, also in Baumärkten, Gartencentern, Blumengeschäften etc. Der Schwerpunkt liegt natürlich schon allein aufgrund der geographischen Lage in Europa. Aber wir beliefern auch die USA, Canada, Australien und sogar China. Dort steigt das Interesse an unseren Produkten unter anderem auch deshalb, weil wir ein Umweltmanagementsystem nach DIN ISO EN 14001 eingeführt haben. In insgesamt 15 Ländern sind wir mit eigenen Vertriebsmitarbeitern präsent, regelmäßige Lieferungen gehen ab Kleinheubach in etwa 80 Länder weltweit.

Z! 20 Millionen Blumentöpfe pro Jahr – wie viele Mitarbeiter ziehen dafür an einem Strang?

Insgesamt beschäftigt Scheurich etwa 350 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Deren Erfahrung und Zuverlässigkeit steigern die Produktivität enorm. Dazu
kommt, dass unsere Herstellung und Logistik stark automatisiert ist, so dass wir die verfügbaren Ressourcen optimal ausnutzen.

Ausgezeichnet für Innovation und Design: Der Sprayman

Ausgezeichnet für Innovation und Design: Der Sprayman

Z! Wie gewinnen Sie denn diese engagierten Mitarbeiter/innen?

Unseren Fachkräftebedarf decken wir dadurch, dass wir selbst in den verschiedensten Berufen ausbilden: Mechatroniker, Elektriker, Schlosser, Modelleure, Lagerfachwirte, Industriekaufleute um nur einige zu nennen. Zudem bieten wir ein Duales Studium in Verbindung mit der Berufsakademie in Mosbach an. Sporadisch haben wir auch Student/innen der Hochschule Aschaffenburg für Praktika im Haus.

Z! Wie bewerten Sie den Standort Bayerischer Untermain?

Die Mischung aus Nähe zum Rhein-Main-Gebiet und zum Odenwald und Spessart macht den Bayerischen Untermain zu einem sehr guten Standort. Autobahn, Flughafen und gleichzeitig zuverlässige und engagierte Mitarbeiter bieten ein hervorragendes Umfeld.

Z! Eine letzte Frage: Welchen Rat würden Sie heutigen Unternehmensgründer/innen mit auf den Weg geben?

Gründer/innen sollten vor dem Start prüfen, ob ihr Produkt wirklich innovativ ist und ob es eine nennenswerte Zielgruppe dafür gibt, die bereit ist, für den Nutzen des Produkts zu zahlen. Und ganz einfach aber wichtig: Nach den Anfangsinvestitionen mehr einnehmen als ausgeben.

Z! Herzlichen Dank für das angenehme und aufschlussreiche Gespräch, Herr Baumann

Zur Person

Peter A. Baumann ist seit ca. 25 Jahren Geschäftsführer der Scheurich GmbH & Co. KG. Er hat einen Abschluss als Diplom-Wirtschaftsingenieur und ist Master of Business Administrations (MBA).

Zum Unternehmen

1928 wurde das Unternehmen von Alois Scheurich als Großhandlung für Glas, Porzellan und Keramik gegründet. Seit den fünfziger Jahren produziert Scheurich
selbst Keramiken für den Innenbereich. Das Unternehmen blieb immer in Familienhand: Peter A. Baumann ist der Enkel des Gründers.

 

[Zum Seitenanfang]